Impfung zur Vorbeugung einer Berufskrankheit

Impfungen

Sie laufen ein erhöhtes Risiko, bei der Arbeit an einer Infektion zu erkranken? Wenn Sie sich impfen lassen können, erhalten Sie eventuell eine Erstattung von der Föderalagentur für Berufsrisiken (Fedris). Oft ist es der Arbeitgeber, der über seinen externen Dienst für Gefahrenverhütung dafür sorgt, dass sein Personal sich kostenlos impfen lässt. Der Antrag und die Erstattung erfolgen also über den Arbeitgeber (z.B. ein Krankenhaus, das sein Personal die Möglichkeit bietet, sich kostenlos gegen Hepatitis B impfen zu lassen). Sie können auch als Einzelperson einen Antrag auf Erstattung einer Impfung einreichen.

Es geht hauptsächlich um Impfstoffe gegen Hepatitis B oder um kombinierte Impfstoffe gegen Hepatitis A und B. Unter bestimmten Voraussetzungen werden auch andere Impfstoffe erstattet. Die vollständige Liste des Impfungen, die von Fedris erstattet werden können, steht in einem spezifischen Verzeichnis. So erstattet Fedris zum Beispiel die Grippeimpfung für Opfer einer Erkrankung der Atemwege oder einer Herzkrankheit. Personen, die sich wegen ihrer Arbeit in Länder, in denen Tropenkrankheiten üblich sind (z.B. Gelbfieber), begeben müssen, erhalten die Erstattung der Impfung gegen diese Krankheiten.

Nachstehende Informationen gelten nur für die Erstattung der Impfstoffe gegen Hepatitis.

Wer bekommt eine Erstattung?

Die Erstattung erfolgt automatisch für:

  • das Personal von Krankenhausdiensten und von ärztlichen und heilhilfsberuflichen Praxen
  • das Personal von Laboratorien, in denen Blut und biologische Produkte, die möglicherweise mit dem Virus infiziert sind, analysiert werden (klinische Biologie, pathologische Anatomie, Karzinologie...)
  • Studenten in der Medizin, in der Zahnheilkunde und in den Heilhilfsberufen
  • das Personal von Zahnarztpraxen
  • das Personal von Wäschereien von Pflegeanstalten.

Die Erstattung unterliegt bestimmten Voraussetzungen:

Wenn Sie im Rahmen Ihrer Arbeit regelmäßig und nicht zufällig in Kontakt kommen mit Blut oder biologischen Produkten, können Sie die Erstattung der Impfung gegen Hepatitis erhalten. Dies kann der Fall sein für:

  • das Personal von Diensten, die Langzeitkranken behandeln, und das Personal von Alten- und Pflegeheimen
  • das Pflegepersonal von Einrichtungen für Personen mit einer geistigen Behinderung
  • das Personal von Kinderkrippen
  • Kranken- und Kinderpfleger des Tagesunterrichts
  • Familienhilfen
  • Arbeitnehmer von nicht-klinischen Laboratorien und Studenten, die dort ein Praktikum absolvieren, während dem sie mit Blut oder biologischen Produkten in Kontakt kommen, wie Laboratorien für Biologie, Biotechnologie oder Gentechnologie
  • Krankenwagenfahrer
  • Feuerwehrleute der Notdienste
  • Feuerwehrleute des 112-Notdienstes
  • Berufsfeuerwehrleute der Gemeinde- und Provinzverwaltungen
  • das Personal von Bestattungsunternehmen, das gelegentlich in Krankenhäusern arbeitet
  • das Personal, das Apparate für medizinische Zwecke verkauft oder repariert und eventuell mit Blut und anderen biologischen Produkten in Kontakt kommen kann
  • Lehrer des Sonderschulunterrichts für Personen mit Behinderung: Privatunterricht, der von den öffentlichen Behörden nicht subventioniert wird
  • das Erziehungspersonal der medizinisch-pädagogischen Instituten (MPI)
  • das Personal von Wäschereien, die die Wäsche von Pflegeanstalten behandeln
  • Psychologen, die in Zentren für individuelle Therapie arbeiten
  • das Reinigungspersonal der Schulen des Tagessonderunterrichts
  • das Betreuungs- und Aufsichtspersonal von beschützten Werkstätten, wo Personen mit einer geistigen Behinderung arbeiten.

Es gibt keine Erstattung unter anderem für:

  • Gefängniswächter
  • Polizeibedienstete
  • das Personal von Wäschereien, die keine Wäsche von Pflegeanstalten behandeln
  • Sanitäter
  • Seeleute der Handelsmarine
  • das Personal, das Laborapparate ohne medizinische Zwecke verkauft oder repariert
  • das Personal von Tiergärten
  • das Müllabfuhrpersonal
  • das Personal von Bestattungsunternehmen, das nicht in Krankenhäusern arbeitet.

Erstattung von Nachimpfungen

Fedris erstattet Nachimpfungen (das heißt eine zweite Impfung, wenn die Antikörper aus der ersten Impfung nicht mehr stark genug sind). Damit eine Nachimpfung gegen Hepatitis B erstattet wird, muss der Antikörperspiegel unter 10 mlE/ml gefallen sein.

Eine Erstattung selber beantragen

Unternehmen wird empfohlen, mit Fedris Kontakt aufzunehmen, da unter anderem ein spezielles Softwarepaket in der Firma installiert werden muss.

Wenn Sie als Einzelperson die Erstattung einer Impfung erhalten wollen, müssen Sie Fedris zwei Formulare zuschicken:

Achten Sie darauf, dass Sie Ihren Antrag vor der Impfung einreichen. Sie brauchen nämlich zuerst die Genehmigung von Fedris. Wenn Fedris Ihnen grünes Licht gibt, erhalten Sie dann die notwendigen Verschreibungsformulare, um von Fedris die Erstattung zu bekommen. Diese Formulare müssen von den folgenden Personen ausgefüllt werden:

  • der Arzt, der den Impfstoff verschreibt, und
  • der Apotheker, bei dem Sie den Impfstoff kaufen.

Wie hoch ist die Erstattung?

Der Preis, der im LIKIV-Verzeichnis angegeben wird, entspricht dem Betrag, der von Fedris erstattet wird. Fedris erstattet folgende Kosten nicht:

  • die Arztkosten für die Verschreibung und die Verabreichung der Impfstoffe,
  • die Laborkosten für die Blutanalysen und
  • bestimmte Nachimpfungen.

Für diese Kosten bekommen Sie natürlich die gewöhnliche Beteiligung Ihrer Krankenkasse.