Berufskrankheit

In Belgien ist die Föderalagentur für Berufsrisiken (Fedris) für die Entschädigung für Berufskrankheiten und deren Vorbeugung zuständig. Reichen Sie bitte ein Antragsformular bei Fedris ein, um Ihre Krankheit anerkennen zu lassen und eine Entschädigung beantragen zu können. Im Falle einer Berufskrankheit müssen Selbstständige nicht Fedris, sondern die Kranken- und Invalidenversicherung für Selbstständige in Anspruch nehmen.

Nach einer ärztlichen Untersuchung kann Fedris Ihnen vorschlagen, die Berufstätigkeit zeitweilig oder definitiv einzustellen. Bei einer zeitweiligen Einstellung wird dem Arbeitgeber gebeten, angepasste Arbeit vorzusehen. Ein etwaiger Lohnverlust wird von Fedris übernommen. Wenn Fedris Sie darum bittet, Ihre Berufstätigkeit aus gesundheitlichen Gründen definitiv einzustellen, so haben Sie Anspruch auf:

  • eine pauschale Entschädigung in Höhe der Entschädigung für vollständige bleibende Arbeitsunfähigkeit während 90 Tage,
  • eine Pension wegen bleibender Arbeitsunfähigkeit, und
  • eine kostenlose Umschulung, wenn Sie den Beruf oder die Funktion wechseln müssen.

Die endgültige Entschädigung, die Fedris Ihnen bei Arbeitsunfähigkeit wegen Berufskrankheit gewährt, wird aufgrund Ihrer Grundentlohnung und Ihres Invaliditätsgrades berechnet. Fedris übernimmt ebenfalls die Selbstbeteiligung für medizinische Pflege. Außerdem haben Sie Anspruch auf eine Zusatzentschädigung für die Hilfe einer Drittperson, wenn Sie wegen der Berufskrankheit in hohem Maße auf die Hilfe einer Drittperson angewiesen sind.

Fedris ist auch stark auf Vorbeugung ausgerichtet und bietet:

  • höchstens 36 Sitzungen in einem multidisziplinären Rehabilitationszentrum, wenn Sie wegen Lendenschmerzen arbeitsunfähig sind;
  • kostenlose Impfungen, wenn Ihre Berufstätigkeit eine erhöhte Infektionsgefährdung mit sich bringt;
  • ehemaligen Holzbearbeitern eine Früherkennungsuntersuchung auf Nasenkrebs.

Empfangen Sie eine Pension, so wird Ihre Entschädigung beschränkt. Sie erhalten nur noch eine Pauschale. Ehemalige Bergleute erhalten eine Pauschale aus der höchsten Gruppe. Ehemalige Arbeitnehmer einer kommunalen oder provinzialen Verwaltung behalten ihre Entschädigung, aber der Gesamtbetrag der Entschädigung und der Pension darf nie ihre letzte Jahresentlohnung überschreiten.

Schließlich haben bestimmte nahen Verwandten eines Opfers, das an einer Berufskrankheit verstarb, Anspruch auf eine Entschädigung. Der Antrag auf Entschädigung wird den Betroffenen sofort nach dem Tod von Fedris übermittelt.