Arbeitsunfähigkeit wegen Krankheit

Ist ein Arbeitnehmer wegen Krankheit oder Unfall nicht in der Lage, zu arbeiten, so wird sein Arbeitsvertrag ausgesetzt. Zunächst ist die Lohnfortzahlung zu Lasten des Arbeitgebers: der garantierte Lohn.  Bei längerer Arbeitsunfähigkeit erhält der Arbeitnehmer ein Ersatzeinkommen, das durch die Krankenpflichtversicherung entschädigt wird.

Ein Arbeitnehmer, der aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage ist, zu arbeiten, muss:

  • den Arbeitgeber unverzüglich darüber unterrichten;
  • dem Arbeitgeber innerhalb des vorgesehenen Zeitraums ein ärztliches Attest übermitteln;
  • sich erforderlichenfalls einer Untersuchung durch einen Kontrollarzt unterziehen.

Garantierter Lohn während der ersten Tage der Arbeitsunfähigkeit

Die ersten Tage der Arbeitsunfähigkeit werden vom Arbeitgeber bezahlt:

  • Angestellte haben während der ersten 30 Tage der Arbeitsunfähigkeit Anspruch auf garantierten Lohn.
  • Arbeiter haben während der ersten 7 Tage Anspruch auf garantierten Lohn. Zwischen dem 8. und dem 14. Tag erhalten sie 85,88 % ihres normalen Lohns. Zwischen dem 15. und dem 30. Tag ihrer Arbeitsunfähigkeit haben sie Anspruch auf einen prozentualen Lohnanteil. Auch dieser Anteil wird vom Arbeitgeber bezahlt.

Bei längerer Arbeitsunfähigkeit müssen Sie der Krankenkasse eine vom behandelnden Arzt ausgefüllten Arbeitsunfähigkeitserklärung übermitteln. Nach Beginn der Arbeitsunfähigkeit haben Angestellte 28 Tage die Zeit, um die Krankenkasse davon in Kenntnis zu setzen; Arbeiter 14 Tage.

Selbstständige, die ihre berufliche Tätigkeit wegen Krankheit einstellen müssen oder möchten, können einen stellvertretenden Unternehmer in Anspruch nehmen. Dieser übernimmt die Geschäftsführung zeitweise, d.h. höchstens 30 Tage pro Jahr. Wenn der abwesende Selbstständige jedoch zeitweilig arbeitsunfähig oder Invalide ist, Mutterschaftsruhe nimmt, oder ein schwer krankes Kind oder ein unheilbar krankes Familienmitglied pflegt, hängt dieser Zeitraum vom Krankheitsverlauf ab.