Ex-Arbeitnehmer im Holzsektor: verlängerte Überwachung

Nicht ohne Gefahr

Ehemalige Arbeitnehmer des Holzsektors, die mindestens 20 Jahre lang Holzstaub ausgesetzt waren, können sich kostenlos auf Nasen- und Nasennebenhöhlenkrebs untersuchen lassen. Die Föderalagentur für Berufsrisiken (Fedris) übernimmt die Kosten dieser Untersuchung. Es handelt sich um einen ärztlichen Termin und um eine Endoskopie mit oder ohne Biopsie.

Holz bearbeiten ist nicht ohne Gefahr. Holzstaub erhöht das Risiko auf Nasenkrebs. Jedes Jahr zählt man in Belgien über 100 Fälle von Nasenkrebs. Wenn die Krankheit aber frühzeitig entdeckt wird, sind die Heilungschancen größer und ist das Risiko, dass ernste und dauerhafte Schädigungen zurückbleiben, geringer. Von daher ist es sehr wichtig, sich rechtzeitig untersuchen zu lassen.

Voraussetzungen für eine kostenlose Untersuchung

  • Sie sind mindestens 55 Jahre alt.
  • Sie haben mindestens 20 Jahre lang im Holzsektor gearbeitet (im Privatsektor oder bei einer Gemeinde- oder Provinzialverwaltung).
  • Sie üben keine Berufstätigkeit mehr aus, bei der Sie mit Holzstaub in Kontakt kommen.
  • Sie weisen eines der folgenden Symptome auf.

 Symptome, die auf Nasenkrebs hinweisen können

  • Einseitig verstopfte Nase während mehr als 15 age ohne deutlichen Grund;
  • Nasenbluten, ohne dass Sie sich gestoßen haben;
  • Verminderung oder Verlust des Geruchssinns;
  • Blutverlust beim Naseputzen.

Natürlich können diese Anzeichen einen anderen Ursprung haben, aber man sollte sie ernst nehmen, wenn man lange Zeit im Holzsektor gearbeitet hat. Besuchen Sie also schnell Ihren Hausarzt oder einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO-Arzt).

Wie erhalte ich eine kostenlose Untersuchung?

Wenn Ihr Gefahrenverhütungsberater-Arbeitsarzt feststellt, dass Sie beim Arbeiten Holzstaub ausgesetzt wurden, informiert er Fedris darüber. Solange Sie arbeiten, wird Ihr Gesundheitszustand vom Gefahrenverhütungsberater-Arbeitsarzt überwacht. Wenn Sie in den Ruhestand gehen, bekommen Sie einen Brief von Fedris. Darin steht, dass Sie von einem HNO-Arzt kostenlos untersucht werden können, wenn Sie eines der Warnzeichen aufweisen. Mit diesem Brief finden Sie auch Dokumentation für den HNO-Arzt.

Sie arbeiten nicht mehr im Holzsektor und denken, dass Sie die Voraussetzungen für eine Untersuchung erfüllen? Schicken Sie Fedris das Antragsformular BOIS-1 (auf Französisch) zu. Sie erhalten im Prinzip sehr schnell eine Antwort von Fedris. Wenn die Antwort positiv ist, können Sie sich kostenlos untersuchen lassen. Mit dem Brief von Fedris finden Sie auch Dokumentation für den HNO-Arzt.

Nichts Verdächtiges bei der Untersuchung

Wenn bei der ersten Untersuchung nichts Verdächtiges entdeckt wird, können Sie sich nochmals kostenlos untersuchen lassen, wenn Sie später ein oder mehrere Symptome aufweisen. Fedris übernimmt die Kosten für 2 Untersuchungen pro Jahr.

Feststellung von Nasenkrebs bei der Untersuchung

Wenn bei der Untersuchung Nasen- oder Nasennebenhöhlenkrebs entdeckt wird, müssen Sie sich so schnell wie möglich behandeln lassen. Im Prinzip wird Ihre Krankheit als eine Berufskrankheit anerkannt. Sie müssen nichts unternehmen, um diese Anerkennung zu erhalten. Ihr HNO-Arzt wird Fedris das medizinische Bericht und das Ergebnis einer Biopsie zukommen lassen. Fedris leitet daraufhin alle notwendige Schritte ein, um Ihr Recht auf Entschädigung für eine Berufskrankheit zu überprüfen.