Wie wird ein Arbeitsunfall geregelt?

Das Versicherungsunternehmen erkennt Ihren Arbeitsunfall an

In dem Fall, wo das Versicherungsunternehmen Ihren Arbeitsunfall anerkannt hat, und Ihnen eine Entschädigung (für Ihre zeitweilige Arbeitsunfähigkeit und Ihre Kosten für medizinische Pflege) bezahlt, wird es zu einem bestimmten Zeitpunkt untersuchen, ob Sie von Ihrem Arbeitsunfall Folgeschäden zurückbehalten haben. Wenn sich Ihr Gesundheitszustand stabilisiert hat, wird es ein Konsolidierungsdatum festlegen.

Heilung ohne bleibende Arbeitsunfähigkeit

In dem Fall, wo das Versicherungsunternehmen meint, dass Sie keine Folgeschäden, die für eine Entschädigung in Betracht kommen, zurückbehalten haben, erklärt es Sie geheilt ohne bleibende Arbeitsunfähigkeit.

In dem Fall, wo Ihre zeitweilige Unfähigkeit 7 bis 29 Tage gedauert hat, informiert es Sie schriftlich. In dem Fall, wo Ihre zeitweilige Unfähigkeit mindestens 30 Tage gedauert hat, soll die Heilung mit einem ärztlichen Attest festgestellt werden.

Wenn Sie es mit der Entscheidung des Versicherungsunternehmens uneinig sind, können Sie die Entscheidung innerhalb von 3 Jahren beim Arbeitsgericht anfechten.

Bleibende Arbeitsunfähigkeit

Wenn das Versicherungsunternehmen meint, dass Sie eine bleibende Arbeitsunfähigkeit zurückbehalten haben, regelt es Ihre Akte, indem es Ihnen einen Vorschlag macht, das so genannte Entschädigungsabkommen. Dieses Abkommen enthält:

  • eine Beschreibung Ihrer bleibenden Verletzungen;
  • Ihren Grad bleibender Arbeitsunfähigkeit (in %);
  • Ihre Grundentlohnung (die Entlohnung, die Sie im Jahr, das Ihrem Unfall vorausgegangen ist, verdient haben);
  • das Konsolidierungsdatum (das Datum an dem sich Ihr Gesundheitszustand stabilisiert hat);
  • die Prothesen und orthopädischen Apparate, die Sie eventuell brauchen.

Wenn Sie und Ihr Arzt den Vorschlag des Versicherungsunternehmens akzeptieren, gibt das Versicherungsunternehmen Ihre Akte an die Föderalagentur für Berufsrisiken (Fedris) weiter. Fedris leitet danach das Verfahren zur Bestätigung des Abkommens ein. Das heißt, dass sie kontrolliert, ob das Arbeitsunfallgesetz befolgt wurde, und ob die Elemente im Abkommen korrekt sind.

In dem Fall, wo Sie und Ihr Arzt den Vorschlag des Versicherungsunternehmens nicht akzeptieren, oder wenn Fedris das Abkommen nicht bestätigt, kann innerhalb von 3 Jahren ein gerichtliches Verfahren vor dem Arbeitsgericht eingeleitet werden.

Das Versicherungsunternehmen zieht Ihren Arbeitsunfall in Zweifel

Wenn das Versicherungsunternehmen Ihren Arbeitsunfall in Zweifel zieht, kann es eine Untersuchung machen, und Ihnen einer medizinischen Untersuchung unterwerfen. In diesem Fall bezahlt Ihr Arbeitgeber Ihre vollständige Entlohnung während der ersten 30 Tage weiter. Wenn das Versicherungsunternehmen nach 30 Tagen immer noch keine Entscheidung getroffen hat, bekommen Sie eine Entschädigung von der Krankenkasse.

Das Versicherungsunternehmen erkennt Ihren Arbeitsunfall nicht an.

Wenn sich das Versicherungsunternehmen verweigert Ihren Unfall anzuerkennen, kann Fedris die Ursachen und Umstände des Unfalls untersuchen. Sie, das Versicherungsunternehmen und Ihre Krankenkasse empfangen die Ergebnisse dieser Untersuchung.

In dem Fall, wo Fedris meint, dass die Verweigerung ungerechtfertigt ist, aber wo das Versicherungsunternehmen auf seine Entscheidung beharrt, kann Fedris Ihre Akte dem Arbeitsgericht vorlegen. Auch Sie können Ihre Akte dem Arbeitsgericht vorlegen, wenn Sie nicht mit der Entscheidung des Versicherungsunternehmens und/oder von Fedris einstimmen.

In Erwartung einer definitiven Entscheidung, können Sie sich für Ihre Entschädigung an Ihre Krankenkasse wenden.