Kinder in Belgien ohne Kindergeld

29 November 2017 - Am 23. November hat bei FAMIFED, die Föderale Agentur für Kindergeld, ein Seminar stattgefunden. Das Seminar konzentrierte sich auf das Thema Kinder die ihren Wohnsitz in Belgien haben, aber kein Kindergeld erhalten gemäß einer belgischen Kindergeldregelung. Laut einer Studie von FAMIFED gibt es zwischen 5.000 und 11.000 Kinder unter 18 Jahren mit Wohnsitz in Belgien die unrechtmäßig kein Kindergeld erhalten (Phänomen der Nichtinanspruchnahme). Fachleute aus dem Sektor, Forscher und Vertreter verschiedener Einrichtungen (u.a. ÖSHZ) führen die Debatte.

Es gibt ungefähr 96.000 Kinder unter 18 Jahren mit einem Wohnsitz in Belgien ohne Anrecht auf Kindergeld. Hierfür gibt es verschiedene Erklärungen: Kinder von Grenzgängern erhalten Kindergeld in einer ausländischen Regelung, Kinder erhalten manchmal Kindergeld in einer internationalen Regelung, wenn mindestens einer der beiden Eltern in einer internationalen Organisation arbeitet, usw.

Nichtinanspruchnahme

Es wird geschätzt, dass zwischen 5.000 und 11.000 Kinder Gegenstand einer sogenannten Nichtinanspruchnahme sind. Das ist nur 1% der Gesamtzahl der Kinder zwischen 0 und 18 Jahren. Für sie gibt es jedoch einen Kindergeldanspruch, aber von diesem Anrecht wird kein Gebrauch gemacht, entweder weil die Eltern nicht darüber informiert sind, oder weil die Eltern die administrativen Schritte zur Antragsstellung des Kindergeldes für komplex halten. Einige Kinder haben kein Anrecht auf Kindergeld, da sie den Bedingungen nicht entsprechen, wie zum Beispiel der Aufenthaltsbedingung.

Am 23. November war insbesondere die Gruppe der Nichtinanspruchnahme Gegenstand einer Paneldiskussion. Das Panel war vertreten durch Françoise De Boe, Koordinatorin des Dienstes zur Bekämpfung von Armut, Prekären Lebensumständen und Sozialer Ausgrenzung. Sie hat sich mit der Frage befasst, wie das Phänomen der 'Nichtinanspruchnahme' erhebliche Auswirkungen hat auf die sozial benachteiligten Familien in der Gesellschaft. Tim Goedemé des Zentrums für Sozialpolitik hat eine Reihe von Möglichkeiten für die Entwicklung einer automatischen Gewährung des Anrechts behandelt. Ouaffa Odda von FAMIFED hat das aktuelle Verfahren zur Gewährung der garantierten Familienleistungen, Sonderbeihilfen für die am meisten Benachteiligten in unserer Gesellschaft, erläutert. Abschließend hat Sara Sevenants der Dienststelle für Forschung von FAMIFED die Studienergebnisse im Detail vorgestellt.  

Im Rahmen der bevorstehenden Regionalisierung des Kindergeldes betonen alle Redner die Bedeutung der Mittel - Informationen, Sensibilisierung der professionellen Partner, Automatisierung - um das Phänomen der Nichtinanspruchnahme einzudämmen. Jede Gebietskörperschaft muss sicherstellen, dass die Übertragung nicht zu einer Erhöhung der Nichtinanspruchnahme führt.

Weitere Informationen

Bitte konsultieren Sie die vollständige Studie bei Publikationen auf der FAMIFED-Website.